Die Geschichte des Eierschneiders

Sie meinen, beim Eierschneider handele es sich um ein
unscheinbares, lächerlich-simples Haushaltsgerät ohne
eine besondere Geschichte? Weit gefehlt, liebe Leserinnen
und Leser!

Wohl kein anderes Haushaltsgerät weist eine solch bewegte Geschichte auf wie die des Eierschneiders. Bereits Aristoteles, seines Zeichens Wissenschaftler, Philosoph und Eierliebhaber, träumte immer und immer wieder von einer besseren Art, hartgekochte Eier in zarte Scheiben zu zerlegen. Doch obschon er ein schlauer Kopf war, fand er nie die Zeit, sich an solch eine Erfindung heranzuwagen.

So war es Platon vorbehalten, ein guter Freund von Aristoteles, mit dem er sich des Öfteren zu einem ausgedehnten Brunch traf, zumindest das Wort "Eierschneider" zu erfinden. Platon soll außerdem erste Konstruktionszeichnungen für einen Eierschneider auf seinem Zeichenbrett aus Holz und Marmor angefertigt haben.

Doch diese gingen vermutlich zunächst verloren, Platon hatte schlicht vergessen, die Aufzeichnungen bei seinem letzten Umzug einzupacken.

Sein Apartment blieb lange unbewohnt, die Reste der zahlreichen Brunche machten die vier Wände unbewohnbar.

Um diesen Schandfleck loszuwerden, bildete sich eine Bürgerinitiative, die dafür sorgte, Platons Apartment außer Landes zu schaffen. So gelangte das Haus samt Inhalt in die USA. Die Griechen sagten nur kurz "Hallo" zu den verstörten Ureinwohnern, versprachen aber, das sich ein gewisser Kolumbus beizeiten um sie kümmern werde.

Nun hatten die Rothäute anscheinend Zugang zu den Aufzeichnungen Platons. Sie waren es auch, die die Konstruktionspläne als erste in die Tat umsetzten und den ersten Eierschneider bauten. Leider blieb ihnen verborgen, was genau dieses Gerät für sie tun könnte. Denn hartgekochte Eier waren den Indianern ein Graus. Achtlos warfen sie den ersten aller Eierschneider auf die zentrale Müllkippe.

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