Irgendwann trieb Kolumbus an die Küste der neuen Welt, einige Paletten Eier hatte er dabei. Zielstrebig wanderte er Meile und Meile ins Landesinnere auf den Eierschneider zu. Magisch schien er ihn anzuziehen. Seine Helfer trugen die Eierpaletten hinter ihm her. In der Hitze der Sonne wurden die mehr oder minder frischen Eier härter und härter.

Da sah Kolumbus etwas im Sand blitzen. Kolumbus hob den Eierschneider der Indianer auf. Doch eine diebische Elster schnappte nach dem blitzenden Etwas und flog auf und davon. Kolumbus' größter Traum war zerstört; der Erste zu sein, der einen Eierschneider zum Eierschneiden benutzt. So begnügte er sich damit, Amerika entdeckt zu haben und ging nach Hause.

Die Elster flog und flog, manchmal per Anhalter, um Kräfte zu sparen. Elstern sind zwar gut im stehlen, doch ihr Orientierungssinn lässt zu wünschen übrig. Ungeschickt sind sie nebenbei auch, weshalb die Elster einige Jahre benötigte, einen geeigneten Landeplatz zu entdecken. 1952 war es endlich soweit. Leicht erschöpft, immer noch mit dem Eierschneider im Schnabel, landete die Elster in der Universitätsstadt Bern in der kleinen Schweiz. Ein Erfinder, Joel Rösti, schubste die Elster beiseite und schnappte sich den Eierschneider. Rösti hatte das Gerät erkannt, denn er war einer der wenigen, die von den Plänen Platons wusste. Ohne Zeit zu verlieren ging er zu einem Automaten und zog sich ein hartgekochtes Ei (in der Schweiz sind solche Automaten durchaus üblich). Sogleich pfefferte er es in den Eierschneider und zerlegte es in gleichgroße, wohlgeformte Scheiben. Begeistert von dieser Maschine ging er umgehend zum Patentamt und meldete die  Maschine an. Umsichtig wie Rösti war eilte er sodann zur Bank, holte sich einen Kredit und baute davon eigenhändig eine Fabrik. Diese produzierte von nun an Autoreifen, denn Rösti wusste, das das Auto viel wichtiger war als dieser Eierschneider.
Doch seine zweite Fabrik, die er einige Stunden später errichtete, stellte endlich Eierschneider her, ganz nach Platons' Plänen. So konnte Rösti schon am ersten Tag 10.000 Eierschneider unters Volk bringen. Die Schweizer waren begeistert, und schon bald konnte die ganze Welt davon profitieren.

Bis auf die Indianer, die sich immer noch weigern, hartgekochte Eier zu knabbern. Doch früher oder später werden auch sie Eier schneiden. Denn niemand kann dem Charme des Eierschneiders auf Dauer widerstehen.

Viele Legenden und Geschichten rund um den Eierschneider sind bis heute entstanden, viele werden noch entstehen. Wir werden sehen, wie es weitergeht...